Homosexuelle zählen oder fragen, was sie wählen?

Die PARTEI CSD Koeln (c) David BergerJeden Sonntag eine neue Wahlprognose, die mit immer neuen Überraschungen aufwartet und zeigt: obwohl sich Menschen und Politiker immer weiter voneinander entfernen, könnten die Parteien, die Mitauslöser für die Unzufriedenheit sind, derzeit weiterregieren.

Dennoch halten viele die nächste Abgeordnetenhauswahl in Berlin im September 2016 für ein ganz wichtiges Datum. Dahinter stehen Ahnung und pure Angst, die AfD könnte in das Kleinparlament einziehen und die bisher dort Ansässigen mit neuen Ideen verunsichern, ja ihnen vielleicht zusätzliche Arbeit machen.

Auch bei den Homoverbänden bis hin zu Gay-Partyveranstaltern, die sich sonst eher darum kümmern, welche Dragqueen morgen Abend auflegt, pflegt man derzeit ähnliche Ängste. Um es nicht ganz so spannend zu machen und Ängste vielleicht schon vorab abzubauen, fragt nun der LSVD zusammen mit der Justus-Liebig-Universität Gießen und der Universität Wien:

„Doch wie wählt eigentlich die LGBT-Community? Welche Unterstützung haben die Berliner Parteien von der queeren Wählerschaft und welche politischen Themen sind der queeren Community bei dieser Wahl besonders wichtig?“

Und weiter: „Um all diese Fragen zu beantworten, führen wir eine wissenschaftliche Online-Umfrage durch. Es handelt sich um eine kurze Umfrage, die auf das Wahlverhalten von homosexuellen und transgeschlechtlichen Menschen in Berlin zielt. In gängigen Wahlstudien wird die Frage nach der sexuellen und geschlechtlichen Identität nie gestellt. Deshalb wissen wir aktuell nicht, welche politischen Präferenzen die queere Community eigentlich hat und welchen Parteien schwule, lesbische, bisexuelle sowie transgeschlechtliche Menschen ihre Stimme geben. Die Lücke wollen wir mit unserer Online-Umfrage schließen und möglichst viele Angehörige der queeren Community motivieren, sich an unserer Studie zu beteiligen.“

Mancher wird sich fragen, wie wir für solch eine Umfrage Werbung machen können. Hat doch schon eine ähnliche Idee, die die Zahl der Homosexuellen in Thüringen wissen wollte, um die Anträge für Finanzen von LGBT-Organisationen auf ihre Berechtigung prüfen zu können, für enorme Empörung gesorgt.

Da waren sich alle „guten Menschen“ darüber klar, dass da böse Menschen homophob sind. Warum nun nicht? Der Aufruf, nachzuforschen, was Homosexuelle wählen und wie sie politisch wählen, kommt vom LSVD und wird von queeren Blogs unterstützt. Da kann er ja gar nicht homophob sein.

Alle können also mitmachen, und ein klares Zeichen setzen! (Vorsicht: die ersten Fragen sollen wohl ermitteln, wer rechtspopulistisch ist 😉

Für Rückfragen oder weitere Informationen stehen die Macher des Projekts unter  lgbtwahlstudie@univie.ac.at zur Verfügung.

Und hier geht’s zur Wahlstudie: http://lgbt-wahlstudie.limequery.com/index.php/229794/lang-de

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