Jürgen Elsässer: “Hey, ihr Dschihad-Typen, ich bin auch schwul!”

In der soeben erschienenen Ausgabe des „Compact“-Magazins stellt sich dessen prominenter Chefredakteur Jürgen Elsässer unzweideutig und mit beeindruckenden Worten hinter Schwule. Auslöser war für ihn dabei das Massaker von Orlando – und die traurige Tatsache, dass islamkritische Schwule danach auch noch mit Zensurmaßnahmen diskriminiert wurden. Text: David Berger

Ob man ihn mag oder nicht, seine politischen Ansichten teilt oder ablehnt: Der deutsche Publizist, Journalist und politische Aktivist Jürgen Elsässer gehört ganz sicher zu den wirklich spannenden Persönlichkeiten einer an solchen armen Republik. In den 90er Jahren den Linken und ihren Publikationsorganen nahe stehend, ist er heute Chefredakteur des „Compact“-Magazins, das gerne mit dem Totschlag-Wort “rechtspopulistisch” aus dem Gutmenschen-Diskurs gekickt wird, zu dem aber die ZEIT  jüngst bemerkte: „Das Compact-Magazin als rechtspopulistisch zu bezeichnen, geht am Kern vorbei. Compact bleibt stets anschlussfähig zu vielen Seiten.“

Wie anschlussfähig auch der Chefredakteur des Magazins ist, hat er im Editorial zur aktuellen Ausgabe des Heftes, die heute erscheint, gezeigt. Dort legt er eine Art Outing hin, das viele überraschen wird, für die das schwule Gen zugleich mit dem Gen für linksgrüne politische Ausrichtung mit vererbt wird.

Dort lesen wir, was so viele bei Angela Merkel, der neuen Heldin linksgrüner Migrationspolitik vermisst hatten:

“Wenn da einer in einen Homo-Club reingeht und 50 Leute massakriert, nur weil ihm ihre Sexualität nicht gefällt, sehe ich mich auf der Seite der Opfer. Hey, Ihr beschissenen Dschihad-Typen, so sage ich dann, ich bin auch schwul – wollt Ihr Euch mit mir anlegen? Kommt her, Ihr bekommt Saures, Ihr Muftis!”

Für alle, die jetzt anfangen, das Planetromeo-Profil Elsässers zu suchen: Das Schwulsein, dass da angekündigt wird, hat nichts mit der sexuellen Ausrichtung Elsässers zu tun. Er stellt dann auch gleich richtig:

“Nein, das ist kein Outing. ‘Ich bin heterosexuell, und das ist auch gut so“, schrieb ich vor einiger Zeit an dieser Stelle, und dazu stehe ich als altgedienter Macho auch. Aber nach Orlando hat sich etwas geändert – nicht in meiner Unterhose, aber in meinem Oberstübchen.”

Er vergleicht  sein außergewöhnliches Outing mit den mutigen Dänen, die sich bei der Deportation der Juden aus ihrem Land durch die Nazis fast alle einen gelben Stern anhefteten, um die SS zu verwirren.

Dabei bräuchten Trans- und Homosexuelle einen Mann wie Elsässer so dringend, der dem queeren Kniefall vor dem Islam deutlich Contra gibt, indem er wie im Editorial klarstellt:

“Verdammt, es war ein Moslem – und es war der Koran, also angeblich Allah selbst, der ihm befahl, die sündigen Schwulen auszurotten.”

Und der nicht die Hosen voll hat, wenn er nur auf die Idee kommt, gaystream zu zitieren. Das macht dann Elsässer auch sehr ausgiebig. Etwa wenn er unsere Einschätzung übernimmt: „Nachdem man Jahre lang islamistische Gewalt gegen Homosexuelle bagatellisiert oder verschwiegen hat, versucht man nun, die Opfer von Orlando für seine eigenen Interessen und Selbstdarstellung zu instrumentalisieren.“

Dieses Editorial bestärkt zunehmend die Vorstellung, dass wir “unsere” eigentlichen Freunde zur Linken vergeblich suchen. Sie finden sich vielmehr bei jenen echten Querdenkern von der CDU bis zur AfD, die das traurige Restlein linksgrüner Homoaktivisten seit Jahren erbittert bekämpft. Oder um mit Nicolaus Fest, dem langjährigen Bild-Chefredakteur  zu sprechen:

“Wer die Freiheit der westlichen Lebensart verteidigen will, findet nur bei den neuen Rechten Antworten. Die alten Parteien sind so sprachlos wie unglaubwürdig, ihre politische Substanz ist erschöpft.” 

Und weiter: “Sie glauben immer noch, die Menschen würden politisch bewegt von Vermögenssteuer, Windkraft und der Prämie für Elektroautos. Dabei gilt längst: „It’s not the economy, stupid!“ Es ist die Freiheit, um die es geht.”

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Die neue Ausgabe des Compact-Magazins ist ab heute im Buch- und Zeitschriftenhandel erhältlich, kann aber auch hier bestellt werden: https://www.compact-shop.de/produkt/compact-magazin-juli-2016/

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Foto: 1) Jürgen Elsässer © By Alexander Böhm (Own work) [CC BY-SA 4.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)%5D, via Wikimedia Commons 2) Aktuelles Cover des Compact-Magazins © Compact

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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9 Gedanken zu “Jürgen Elsässer: “Hey, ihr Dschihad-Typen, ich bin auch schwul!”

  1. Der Herr wäre erst dann glaubwürdig, würde er diese Aussagen auch gegenüber AfD-Parteibonzen machen, die abweichende Sexualitäten abwerten oder gar kriminalisieren wollen. Hier habe ich von diesem Herrn aber NICHTS gehört. Im Übrigen sollte sich niemand vereinnahmen lassen von jemandem wie diesem Herrn hier, denn im Grunde hetzt er nur um der Macht willen die eine Minderheit gegen die andere auf. Gefährlich!

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    • Es gibt einige prominente homosexuelle Mitglieder in der afd! Beschäftigen sie sich mal mit dem Parteiprogramm – wer will da wen kriminalisieren?! Ich habe einige muslimische Freunde und sie hassen schule (ausser sie sind selber schwul)! Vg

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      • Ich hab auch nie bezweifelt, dass es Homosexuelle Mitglieder in dieser Partei gibt. Habe nur angemerkt, dass es korrekt, dass dieser Herr und auch meines Wissens kein anderer prominenter, der AFD zugehöriger Mensch sich zum Beispiel gegen den berühmten Zwischenrufer Landtag von Sachsen Anhalt gewandt hätte: Der rief nämlich, nur zu ihrer Erinnerung, Schwule gehörten eingesperrt! Und diese Meinung, meine Liebe, ist nicht weit entfernt von den ihnen bekannten muslimischen Jugendlichen, die ebenfalls Schwule hassen.
        Im übrigen finde ich es etwas armselig, wenn man sich immer nur abwärtskompatibel bewegt und sich mit Leuten vergleicht, deren Meinungen noch schäbiger sind. Ich persönlich halte religiöse Moslems für nicht demokratiefähig. Das heißt im Umkehrschluss aber nicht, dass ich Herrn Elsässer für Demokratiefähiger halte, sondern nein, ich halte ihn für genauso gefährlich. Das bei Ihnen jemand gut ist, nur weil jemand anderes schlechter ist, das bedaure ich für sie sehr. Eine kleine Anregung: die AFD nennt sich doch so gerne eine wertkonservative Partei, und sie beruft sich so gern auf das christliche Abendland. Glaube nicht, dass das was die AFD predigt Jesus für gut befinden würde: ich glaube, er würde es für Pharisäerhaft halten. Vielleicht schlagen Sie einfach mal die Bibel auf, das täte Ihnen gut

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  2. „denn im Grunde hetzt er nur um der Macht willen die eine Minderheit gegen die andere auf. Gefährlich!“

    Das klingt nach unserem Regime, siehe Russland-Bashing und die Migrationswaffe. Elsässer benennt diese Dinge, das er beim Mainstream damit unten durchfällt, versteht sich von selbst. Wäre ja auch noch schöner, wenn man zuläße das ein Elsässer sich für MInderheiten einsetzt, ein Feld das die Grünen glauben für sich allein zu beanspruchen. Das sie beide Propagandafelder Islam und den Genderwahn zusammen bringen wollen, zeigt den Widerspruch. Genderwahn heisst nichts gegen Schwule, ganz im Gegenteil schadet er ihnen. Jeder will so leben wie er möchte, das ist gestzlich garantiert und wird praktiziert, man darf es nur nicht propagierend überstrapazieren. Sexualität ist immerhin Privatsache, egal welcher Ausrichtung, auch die der von Heteros. Wird man darüber definiert, läuft was falsch. Elsässer steht zu seiner, aber akzeptiert das andere, es geht um die Propaganda z.B. zu Lasten von Kindern, die im KItaalter und den ersten Klassen noch gar keine Sexualität haben sollten. Das eigene Denken trotz vieler Propaganda, sollten wir daher nicht aufgeben. Wenn man nur will und ganz genau zuhört und seine Sachen liest, wird man Elsässer schon verstehen. Alles mus sman natürlich nicht teilen, ist klar, das nennt sich eben Meinungsfreiheit.

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  3. Wenn es um die Durchsetzung der politischen/religiösen – im Islam gibt es da keinen Unterschied – Vorgabe geht, ist der Islam auf jeden Fall ehrlicher, als der verlogene Westen! Ulkigerweise, gibt es im Islam nicht weniger Homosexuelle, als in westlichen Ländern. PS Ich bin nur durch einen Link hierher gekommen!

    MfG

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  4. Die Minderheit von der Sie reden, könnte in ein paar Jahrzenten die Mehrheit sein!
    Gefährlich ist es, diese Entwicklung nicht zu sehen oder nicht wahrhaben zu wollen!
    Mehr als 80% der Minderheit, von der Sie glauben es werde gegen sie gehetzt, sehen sich als „bessere“ Menschen, werden von einem religiösen Überlegenheitsdünkel angetrieben und durch ihre heilige Schrift und Tradition ist Gewaltanwendung gegen „Ungläubige“ nicht nur legitimiert, sondern befohlen, dazu jede Lüge, Täuschung und List um den „wahren“ Glauben durchzusetzen.
    Leider liest kaum jemand die „satanischen Verse“ und die Bücher von Hamed Abdel-Samad!
    Um welche Macht soll es J. Elsässer gehen?
    Er ist Schriftsteller /Journalist und hat bisher immer den Mainstream,seine Propaganda und Desinformation hinterfragt und, wo nötig, Position für die Freiheit an sich und die der Information bezogen.
    Was die „Parteibonzen“ angeht, so ist diese Spezies in anderen Parteien allenfalls besser versorgt und politisch korrekter.
    Ein Akzeptanzproblem könnte doch auch der Eindruck sein, dass abweichende Sexualitäten bis zum Überdruss aufgewertet, oder besser, medial ausgewalzt und von Polit/Berufsschwulen, z.B. Volker Beck, wie ein Mantra vor sich her getragen werden?
    So aufdringlich, dass man ab und an den Eindruck hat, in ein paar Jahren wird es Pflicht schwul, lesbisch oder irgenwie 60-genderqueer zu sein?
    In der AfD hat mich eine Frau, Alice Weidel, in einer der sonst unsäglichen Wischi-Maischi Takshows, beeindruckt, die auf die boshaft, süffisante Anti-AfD Frage: „Aber sie leben doch mit einer Lebenspartnerin zusammen?“ nicht antwortete, sondern nur im Sinne von „na und?“ lächelte.
    Natürlich gibt es in der AfD Spießer und, wie in jeder neuen Partei, erst einmal Mitglieder mit Hang zum Querulantentum und auch Ewiggestrige, die Morgenluft wittern.
    Aber es gibt auch schwule und lesbische AfDler, und das ist auch (ich erspare Ihnen das übliche Zitat) völlig ok!

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  5. Pingback: Meldungen vom 6. Juli 2016 - Opposition 24

  6. „Ob man ihn mag oder nicht“

    Ich mag ihn nicht!

    „… seine politischen Ansichten teilt oder ablehnt“

    Ich lehne nicht nur Elsässers politische Ansichten, sondern den ganzen Menschen ab!

    „… Jürgen Elsässer gehört ganz sicher zu den wirklich spannenden Persönlichkeiten“

    In Zeiten von Katzenberger oder Int-Veen gehört nicht viel dazu. Was Elsässer betrifft, braucht man eine grosse Fresse, muss Ausdrücke wie linksversifft oder verschwult benutzen, muss sich mit Nazis, Holocaustleugnern und Islamisten, die meinen, es gäbe kein „Schwulenproblem, da man die Schwulen schon alle aufgehängt hätte, treffen. Und schon gilt man als „spannend“.

    PS: Das könnte ich auch, wenn ich mich dabei nicht vor mir selbst ekeln müsste.

    PPS: „Schwule gehörten eingesperrt!“ – Das ist doch äusserst human. Da habe ich schon ganz andere Lösungsvorschläge gehört.

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