Gnadenlos out: Rasiert endlich eure Bärte ab!

Napoleon 3Vorbemerkung: Wir wollten einfach nicht auf unseren neuen Server umziehen, ohne den erfolgreichsten Lifestyle-Beitrag, den gaystream in den letzten eineinhalb Jahre publiziert hat, mitzunehmen. Kein anderer Beitrag aus diesem Ressort hat für so viel Aufregung, Erregung, Ablehnung und Zustimmung gesorgt. Und uns gezeigt: es gibt auch für schwule Männer wichtigere Fragen als ISIS, Zensur, Flüchtlinge oder den Familienpass für Regenbogenfamilien im Spaßbad von Bad Laasphe: Danke Roberta! (Red.)

♥ Liebe Schwule,

noch immer sehe ich viele von Euch mit Bärten rumlaufen. Und meistens kommt Ihr Bartträger euch damit noch besonders modern und als Trendsetter vor. Barttragen als neuester Hype? Ihr habt wohl die letzten 14 Jahre verschlafen?

Ja, vor 14 Jahren, da wart Ihr wirklich Trendsetter mit euren Bärten. Erinnert ihr euch noch, wie alles begann. Ende des Jahres 2001? Richtig, alle – selbst diejenigen, die dauerdruff sind (das gab‘s damals schon, obwohl Tina noch nicht so oft Hausbesuche bei euch machte) hatten mitbekommen, dass da ziemlich böse Männer mit Bärten in die Türme des World Trade Center geflogen sind.

Was heute der IS ist, das war damals die islamistische Terrororganisation al-Qaida. Das hat euch natürlich beeindruckt. Und ihr seid nicht nur feucht geworden, sondern habt gleich auch eine Art Stockholm-Syndrom entwickelt. Und wenige Monate später habt ihr alle so ähnlich ausgesehen wie die Terroristen. Wow!

„Homopobe Alte!“ werden jetzt vielleicht manche von euch in ihren noch an das letzten Rimmen erinnernden Bart nuscheln. Vergesst es, ich arbeite nicht bei der taz oder dem Deutschlandfunk, sodass ich auf solche Sprüche nicht reinfalle.

 Lest mal im bislang einzigen Homo-Buch über Bärte nach, das mein Freund Paul-Carsten in seinem Bücherregal stehen hat. Dort erklärt euch der wirklich nicht homophobe Autor noch mal ganz genau, wie der schwule Mann zum Bart gekommen ist.

Junge Männer werden in wenigen Wochen optisch zu Ü-30-Schwulen

Ok – und dann hat‘s nicht lange gedauert und die Heteromänner haben Euch das nachgemacht. Sie haben bei Euch entdeckt: der Bart eignet sich wie kein zweites Mittel, um auch noch das aufgedunsenste Gesicht irgendwie zu kaschieren.  Und sich dabei auch noch hip zu geben.

Warum aber selbst die in eurer Welt so begehrten Twinks sich auf einmal Bärte wachsen ließen, ist mir wirklich rätselhaft. Muss man ein schönes junges Gesicht hinter einem Vorhang an Haaren verbergen? Sich mit einem Bart über Nacht optisch von einem 18- in einen 30-Jährigen verwandeln?

Auch meine schwulen Freunde, die nach längerem Nachhaken zugegeben haben, dass sie es einfach männlicher finden, einen Bart zu haben, mussten schnell bemerken, dass eine Schwalbe noch keinen Frühling macht. Auch ein Bösewicht, der sich eine Mönchskutte anzieht, wird dadurch noch kein heiliger Mann.

 Und dann kam auch noch eine Studie aus den USA, in der der Professor aus Bärten Abstriche vorgenommen hat. Abstrich ist übrigens das, was der Doc an der Eichel oder im Anus macht, wenn Ihr euch mal wieder was eingefangen hat! Fast genauso sahen dann tatsächlich die Abstriche aus den Bärten aus.

Der Professor zeigte sich schockiert: Dort gab es nicht nur die Bakterien, die man dort erwarten würde (Essensreste, Karies usw.), sondern auch solche Bakterien-Typen, die man auch in Fäkalien findet. 

Einer meiner Freunde hat mir immer gesagt, sein Bart sei auch ein Flavor Savor: „Ich rieche am nächsten Tag darin noch immer den Kerl von der letzten Nacht!“ hat er mir immer gesagt – als die Studie rauskam, wusste ich, was er damit genau gemeint hat. Gruselig.

Um jetzt mal Butter bei die Fische zu machen:

Nine-Eleven ist lange vorbei, alle Welt läuft mit Bärten rum, kaum ein Cover eines Homomagazins, wo euch nicht ein Bartmann zuruft: Kauft! – und von Al-Qaida redet auch keiner mehr. Die wurden jetzt durch den ebenfalls bebarteten  IS beerbt, der besonders bemüht ist, Schwule von Hochhausdächern zu werfen.

 Bitte jetzt nicht schon wieder in das nächste Stockholmsyndrom verfallen! Denkt einfach dran, wie toll es ist, nicht nur Trendsetter zu sein, sondern auch gepflegt und jung auszusehen. Und rasiert die alten Bärte ab!

 Eure Roberta Brosche ♥

***

 

 Foto: (1) Napoleon III. (c) Adolphe Yvon [Public domain], via Wikimedia Commons (2) Roberta Brosche mit Perücke (c) David Berger

Advertisements

Ein Gedanke zu “Gnadenlos out: Rasiert endlich eure Bärte ab!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s