Papst: Kirche soll sich bei Schwulen und Lesben entschuldigen

Auf dem Rückflug von seiner Pastoralreise nach Armenien hat sich Papst Franziskus traditionellerweise den Fragen der ihn begleitenden Journalisten gestellt. Unausweichlich auch diesmal die Frage nach der Einstellung der Kirche zur Homosexualität – angesichts des Massakers von Orlando.

Der Münchner Kardinal Marx hatte in einem Interview zu Orlando gesagt:

„Die Geschichte der Homosexuellen in unserer Gesellschaft ist schlimm, weil wir viel dazu beigetragen haben, die Homosexuellen ins Abseits zu schieben.“

Eine Entschuldigung von Kirche und Gesellschaft an diese Menschengruppe sei daher fällig. Schwule und Lesben hätten eine Entschuldigung für ihre Behandlung durch die katholische Kirche verdient.

Dieser Forderung schloss sich Franziskus in den Journalisteninterviews an. Dabei rätseln alle noch darüber, was Franziskus mit dem Satz: „Ich denke, die Kirche muss sich nicht nur bei homosexuellen Menschen entschuldigen, wenn sie sie gekränkt hat“ gemeint haben könnte.

Außerdem forderte er weitere Entschuldigungen von der Kirche: „Wir müssen uns auch bei den Armen entschuldigen, bei Frauen, die ausgenutzt und Kindern, die zur Arbeit gezwungen wurden. Wir müssen uns entschuldigen für die vielen Waffen, die wir gesegnet haben. Und bei den Familien, die man angesichts ihrer Probleme vernachlässigt habe.“

(c) Foto: David Berger

Advertisements

Ein Gedanke zu “Papst: Kirche soll sich bei Schwulen und Lesben entschuldigen

  1. Das ist zwar lobenswert, dass der Papst erneut öffentlich sich gegen jede Form der Diskriminierung homosexueller Menschen wendet und er die sexuelle Orientierung eines Menschen als Teil der Schöpfung Gottes ansieht.

    Auch lobenswert, dass er entgegen seinem Vorgänger kein Problem damit hat,wenn schwule Singles Priester werden, was bekanntlich in der Vergangenheit und Gegenwart viele römisch-katholische Geistliche und Mönche sind und waren: das Klerikeramt der Katholiken ist und war schon immer stark von schwulen Männern geprägt und so gilt unter homosexuellen Aktivisten die Katholische Klerikerwelt als die „älteste internationale noch bestehende Organisation“ schwuler Männer, wobei es sich um „Klemmschwestern“ in aller Regel handelt.

    ABER weiterhin hält auch Franziskus wie seine Vorgänger daran fest, dass homosexuelle Handlungen sündhaft seien und homosexuelle Paare daher keinen Segen Gottes erhalten dürfen, so wie es viele andere christliche Kirchen des Protestantismus, des Anglikanertums oder des Altkatholizismus beispielsweise ermöglicht haben.

    HINTERGRUND dieser eigennützigen Haltung, die bei allen Päpsten anzutreffen ist, ist schlichtweg das PFLICHTZÖLIBAT der römisch-katholischen Kleriker, den es in dieser Form in den anderen christlichen Kirchen bei den Klerikern nicht gibt. Das Pflichtzölibat und Klosterleben funktioniert nur, wenn die Paarbeziehung abgelehnt wird; und damit möglicht weiterhin viele schwule Männer Priester und Mönche werden, wird weiterhin der homosexuelle Handlung und die Paarbeziehung als sündhaft bewertet.

    Erst wenn endlich das Pflichtzölibat fällt und Priester/Bischöfe auch eine Partnerschaft haben dürfen und heiraten können, wie es in fast allen anderen christlichen Kirchen erlaubt ist, werden dann auch im Vatikan homosexuelle Paare offiziell akzeptiert.

    Der Vatikan sollte dringend daher die Zugangsvoraussetzungen bei den eigenen Priestern/Bischöfen ändern, dann haben sie auch mehr Priester wieder, müssen Dorfkirchengemeinden nicht zu großen Seelsorgeeinheiten gegen den Willen der vor Ort lebenden katholischen Laien fusioniert werden. Mit de Öffnung des römisch-katholischen Priesteramtes für Paare würde auch eine gute Lösung im Umgang mit homosexuellen Paaren gefunden werden, die längst andere christliche Kirchen vorbildlich umgesetzt haben, wie zuletzt die unierte EKD-Landeskirche in Baden und die unierte EKD-Landeskirche im Rheinland, wo homosexuelle Paare nach ihrem Gang zum Standesamt sich kirchlich trauen können.

    Die Vatikanleitung sollte die Zugangsvoraussetzungen beim römisch-katholischen Priesteramt ändern, das würde viele Probleme lösen, unter anderem auch den ethischen und theologischen Umgang mit homosexuellen Paaren.

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s