Cologne Pride: Masochistische Preisverleihung

Am 2. Juli bekommt Dr. Brigit Bosold vom „Schwulen Museum“ die Kompassnadel des „Schwulen Netzwerks NRW“ überreicht. Bosold vertritt die These, dass die eigentliche Gefahr für schwule Männer nicht Islamisten, sondern Islamkritiker sind. Ihr Feindbild ist der weiße, männliche Homosexuelle. Genau von diesem lässt sie sich nun den Preis überreichen. Geht’s noch masochistischer?, fragt David Berger die Preisverleiher.

 Eigentlich ähnelt es schon länger der billigen Version einer Karnevalsveranstaltung: die Verleihung einer „Kompasssnadel“ durch das „Schwule Netzwerk NRW“. Ein als Krankenschwester verkleideter älterer Herr fegt – so gut das eben noch geht – über die Bühne und präsentiert mit typischem Kölschem Altherrenhumor seine Sicht auf das, was Schwule und Lesben in Köln so zu beschäftigen hat.

 Allerdings findet die Veranstaltung immerhin in Kölns guter Stube, dem Gürzenich, statt. Der Veranstalter ist das „Schwule Netzwerk NRW“, das sich selbst als „landesweit tätigen Fachverband für schwule Selbsthilfe versteht und  für die Vielfalt schwuler und schwul/lesbischer Projekte in den Regionen steht. Zu unseren Aufgaben gehört die Vernetzung örtlicher Gruppen, die politische Lobbyarbeit und die Zusammenarbeit mit anderen Fachverbänden sowie schwulen und lesbischen Organisationen.“

Zu den Preisträgerinnen der Vorjahre gehören immerhin so über jeden Zweifel erhobene und integere Persönlichkeiten wie der Grünenpolitiker Volker Beck oder die NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft.

 Sind die eigentlichen Übeltäter die Kritiker des Islam und der ungeregelten Einwanderung?

Seit 1993 verleiht dieses Netzwerk, seit 2000 gemeinsam mit der Aidshilfe NRW, die genannte Kompassnadel an „Persönlichkeiten, die sich um die Förderung der gesellschaftlichen Akzeptanz von Schwulen besonders verdient gemacht haben.“

 In diesem Jahr bekommt den Preis Frau Dr. Birgit Bosold vom Schwulen Museum in Berlin überreicht. Eine Preisträgerin, die nicht weiter bekannt wäre, hätte sie nicht zu Beginn dieses Jahres – und kurz bevor ihre Nomination bekannt gegen worden ist – der SZ ein Aufsehen erregendes Interview zum Thema Islam und Homosexualität gegeben.

In diesem Interview erklärte sie der „Süddeutschen“ (11.01.), dass es in Berlin keine Angst schwuler Männer vor Menschen mit Migrationshintergrund gibt. Die eigentlichen Übeltäter seien die Kritiker des Islam und der ungeregelten Einwanderung.

Es hätte die große Chance für einen enttabuisierten, die wahren Realitäten benennenden Umgang mit dem Problem sein können: in der Silvesternacht waren nicht nur Frauen, sondernauch homosexuelle Männer Opfer der Gewalt durch Menschen mit Migrationshintergrund.

 Die Süddeutsche hatte das Thema daher aufgegriffen und schrieb: „Mit den Flüchtlingen komme auch eine neue Form der Homophobie nach Deutschland, befürchten manche.“ Um dann zu fragen: „Stimmt das?“ Als Fachfrau zur Beantwortung dieser Frage hat sie eine Frau Birgit Bosold herangezogen. Ihre Qualifikation in Sache homophobe Gewalt und Migranten: “Sie gehört zum Vorstand des Schwulen Museums Berlin“.

 Ganz unverblümt konfrontiert die SZ die Museumsfrau mit der Realität: „Die Mehrzahl derer, die zu uns kommen, kommt aus Ländern, in denen Homosexualität unter Strafe steht, in denen Lesben und Schwule verfolgt werden. Droht eine Welle der Homophobie? Der schwule Theologe David Berger warnt vor Homo-Hass bei Flüchtlingen.“

 In Berlin hat angeblich kein Homosexueller Angst vor Menschen mit muslimischem Migrationshintergund

Bosold wiegelt sofort ab: In Berlin gäbe es keinerlei Angst Homosexueller vor Menschen mit Migrationshintergrund. Die Begründung dafür liefert sie auch sofort: „Es gibt eine hörbare postmigrantische Szene. Dazu gehört etwa LesMigras, ein Team der Lesbenberatung , das seit langer Zeit Antidiskriminierungsarbeit macht; dazu gehört seit über 15 Jahren die Party Gayhane im SO 36 für Schwule und Lesben mit türkischen oder arabischen Wurzeln. Seit 1997 gibt es Gladt e.V. (Lesben und Schwule aus der Türkei). Zudem gibt es auch unter den Flüchtlingen selbst Queers, die wegen ihrer Identität auf der Flucht sind.“

Um dann zum entscheidenden Argument auszuholen: „Jemand wie David Berger hat da eine andere Perspektive, aber ich glaube nicht, dass die mehrheitsfähig ist.“ Da stellt sich dann schon die Frage: Stimmen wir jetzt in Berlin ab, ob man als schwuler Mann Angst vor homophoben Gewalttätern mit Migrationshintergrund haben darf?

Bosold hat mehr Angst vor Islamkritikern als vor Migranten

 Die SZ lässt dann nicht locker und fragt weiter: „Vielleicht würde Berger Ihnen vorwerfen, dass Sie eine rosarote Brille aufhaben, die Probleme einfach nicht sehen wollen.“

Nein, das sei völlig haltlos, antwortet Bosold daraufhin. Sie als Lesbe laufe dauernd durch Berlin und habe nie das Gefühl, dass sie irgendwie bedroht werde. Angst habe sie vielmehr vor Islamkritikern, denn diese seien die eigentlichen homophoben Feinde einer multikulturellen Gesellschaft des Friedens: „Die sogenannten Islamkritiker sind ja bekanntlich nicht gerade glühende Verfechter von Homo-Rechten.“ Wenn es dann doch zu Konflikten komme, seinen diese „produktiv“.

Immer wieder wirft die SZ interessante Fragen auf, die den Kern des eigentlichen Problems berühren, spricht von den unterschiedlichen Einstellungen zur Homosexualität zwischen „Biodeutschen“ und Menschen mit muslimischem Migrationshintergrund.

 „Weiß, männlich, homosexuell“ – das Feindbild nicht nur von Frau Bosold

Und immer wieder erzählt die Museumswärterin, dass eigentlich die Kritiker der ungebremsten Migration die homophobsten Menschen seien, die sie kenne. Im Laufe des Gesprächs  scheint sie implizit sogar Verständnis für die Übergriffe auf schwule Männer zu entwickeln.

Ihre Arbeit im Museum zeige ihr, dass die traditionelle Schwulenbewegung weiß, männlich, homosexuell und daher mit den „postkolonialen Perspektiven“ nur begrenzt vermittlungsfähig sei: „Insbesondere in der lesbisch-feministischen Community ist die Einsicht, dass die eigene Diskriminierungserfahrung nicht davor schützt, andere zu diskriminieren, schon vor 30 Jahren angekommen.“

 Foto: Profil in einer schwulen Dating-App

Die neuen Schwulen seien heute die Einwanderer: „kriminalisiert, pathologisiert und marginalisiert.“ – für deren Eigenheiten müssten Homosexuelle daher besonderes Verständnis haben.

 Das ist der Gipfel eines perversen Masochismus

 Das klingt alles nach einer Frau, die mit den Männern, die sie da ehren werden, ziemlich große Probleme hat und ihre derzeit heftigsten und gewalttätigsten Gegner mehr oder weniger direkt unterstützt. Und die von diesen nun auch noch einen Preis überreicht bekommt. Da nutzt es vermutlich auch wenig, dass der Moderator sich als Frau verkleidet hat.

Wer gedacht hatte, mit dem Islam-Appeasement linksgrüner Berufshomos sei schon der Höhepunkt des Masochismus erreicht, der wird nun eines besseren belehrt: es geht noch masochistischer und perverser.

 Foto: SM-Spiele auf offener Straße bei Berliner „Folsom“ (c) David Berger

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